Kanuslalom -Halbzeit bei WM-Qualifikation - Noah Hegge gewinnt dreimal

26.04.2026 20:35
von Marianne Stenglein

Markkleeberg - Nationale WM Qualifikation - Noah Hegge gewinnt dreimal und einmal wird er Zweiter

 

Zur Halbzeit der nationalen Qualifikation im Kanuslalom haben sich Ricarda Funk und Andrea Herzog ein sehr gutes Polster zur Konkurrenz verschafft. Hegge gewinnt dreimal.

Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach & KSA) und Andrea Herzog (Leipziger KC) nach ihren vier Siegen in vier Rennen im Kanuslalom am Wochenende in Markkleeberg beruhigt den zweiten Teil der nationalen Qualifikation nächste Woche in Augsburg angehen. Ebenfalls deutlich von der Konkurrenz abgesetzt hat sich Noah Hegge (Kanu Schwaben Augsburg), der dreimal gewann und einmal auf den zweiten Platz paddelte. Im Canadier-Bereich der Herren gibt es nach vier Rennen keinen Favoriten.

In überragender Form präsentierte sich Andrea Herzog (Leipziger KC). Die 26-Jährige dominierte mit vier deutlichen Siegen im Canadier-Einer das Feld. Ihr seien drei gute Quali-Läufe gelungen, „einen würde ich sogar als sehr gut bezeichnen“, sagte sie. Sie versuche nun, weiterhin an ihrer konstanten Leistung zu arbeiten, „das ist kein Selbstläufer“. Die 6,14 Sekunden Abstand auf die Zweitplatzierte im ersten Lauf waren bereits eine Ansage. In den weiteren Rennen gewann sie mit knapp drei, sechs und knapp vier Sekunden Vorsprung. Sie sei sehr erleichtert nach diesen Ergebnissen. „Ich bin sehr glücklich mit dem Wochenende und freue mich, dass ich doch relativ entspannt in Richtung zweite Quali-Woche schauen kann.“ Das Training im vergangenen Winter habe sich auf jeden Fall gelohnt, sagte sie. „Ich fühle mich sehr gut in Form.“ Einige Umstellungen habe es im Trainingsplan gegeben. So begann sie beispielsweise viel früher im Winter mit hochintensiven Einheiten. Intensitäten und Entspannung wurden anders gesetzt. Die Folge, so berichtete sie, „dass man sich auch mal ein bisschen mehr mit Themen neben dem Kanusport beschäftigen kann. Das tut auf jeden Fall gut. Ich habe mich körperlich schon sehr fit gefühlt, aber es ist gerade auch sehr viel die technische Seite, die ich momentan gut umgesetzt bekomme“. Zudem sei sie „im Kopf relativ gut dabei“ – ein wichtiges Kriterium im Wettkampf. „Jetzt muss ich lernen, dass auch wirklich weiter so abliefern zu können. Das ist das große Ziel“, sagte die Leipzigerin.

Doch nicht nur im Canadier-Einer läuft es aktuell. Im Cross Individual paddelte sie auf die Plätze eins und zwei. „Ich weiß, dass ich dieses Wochenende auch ein guten Quäntchen Glück dabei hatte“, sagte sie. Für die Kopf-an-Kopf-Rennen nächste Woche in Augsburg „heißt es, sich die Strecke nochmal zu erarbeiten und auch im Training ein bisschen gegeneinander zu fighten“. Und dann hoffe sie, dass sie die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr gut umsetzen kann.

Mit den vier Siegen verschaffte sich Herzog ein gutes Polster zum Rest des Feldes. Verfolgt wird sie von Klubkameradin Nele Bayn und Elena Lilik (Kanu Schwaben Augsburg), die aktuell punktgleich sind. Spannend wird es, ob sich eventuell Lucie Krech (Leipziger KC) erstmals in dieser Saison in das WM-Team fahren kann. Mit ihren Plätzen zwei und drei an Tag eins machte sie auf sich aufmerksam. Doch die Läufe drei und vier liefen nicht ganz so gut: Sie paddelte auf die Ränge acht und vier.

Olympiasiegerin Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach) zeigte im Kajak-Einer erneut ihre Klasse. In allen vier Läufen setzte sich die 34-Jährige deutlich vor die Konkurrenz. „Ich bin sehr happy mit dem Einstieg“, sagte sie. „Gestern war ich richtig im Flow. Heute war ein bisschen der Kopf mit dabei, aber ich denke, die Herausforderung der Strecke heute habe ich ganz gut und solide gelöst.“ So gelte sich immer zu entscheiden bezüglich Risiko- und Linienwahl auf dem Wasser. Im ersten Lauf am Sonntag habe sie versucht, sich an der Technik der Herren zu orientieren. „Das ist mir nicht ganz gelungen durchzuziehen. Deshalb bin ich im zweiten Lauf einen Schritt zurückgegangen.“

Im Kajak Cross Individual am Freitag hatte sich die Rheinländerin einen Fehler eingehandelt. „Ich war ein bisschen zu viel auf Risiko gegangen. Ich habe ein bisschen zu viel mit dem Feuer gespielt“, erklärte sie. „Das Tor war sehr schwer zu fahren. Es war eine sehr enge Fahrweise meinerseits.“ Damit hat Funk bei den Kopf-an-Kopf-Rennen nächste Woche in Augsburg nicht das erste Startwahlrecht auf der Rampe. „Da wird es dann schwierig mit meiner Taktik, aber ich schau mal, wie ich es umgesetzt bekomme.“

Sehr gut im Kajak-Einer präsentierte sich Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth) mit drei zweiten und einem dritten Rang. Nicht so gut lief es hingegen für Elena Lilik (Kanu Schwaben Augsburg). Sie hat einen dritten, zwei vierte und einen fünften Platz zu Buche stehen, was aktuell in der Gesamtpunktewertung Platz drei bedeutet. Verfolgt wird sie von Schwester Emily Apel. Somit scheint es auf einen Dreierkampf um die noch zwei verbleibenden Plätze im WM-Team hinauszulaufen.

Noah Hegge (Kanu Schwaben Augsburg) hat sich im Kajak-Einer mit seinen drei Siegen und einem zweiten Platz in vier Rennen am Wochenende in Markkleeberg deutlich vom Rest des Feldes im Kajak-Herrenbereich abgesetzt. Der 27-Jährige zeigte sich sehr zufrieden zur Halbzeit der WM-Qualifikation. „Ich denke, ich habe mein Fahren gezeigt. Dass es reicht, ist gut. Jetzt schaue ich, dass ich es in Augsburg zu Ende bekomme und dann liegt der volle Fokus auf Cross“, sagte er. Denn: Mit seinen Ergebnissen – Ränge zwei und fünf – im Cross-Einzelzeitfahren am ersten Tag der Qualifikation haderte er ein wenig. Auch wenn der Augsburger mit seinen drei Siegen im Slalom aktuell das Feld beherrscht, kommen punktuell Nachwuchsathleten an Hegges Fahrzeiten heran.

Ein wenig unter Druck gesetzt fühlt sich der Augsburger schon: „Ich glaube, ich habe hier am meisten zu verlieren. Von mir wird erwartet, dass ich mich ins Team fahre – und möglichst als Erster. Deshalb muss ich schauen, dass ich meine Sachen hier mache. Die anderen – U23 – können deutlich entspannter fahren. Wenn die gewinnen, ist es gut. Aber sie müssen nicht gewinnen. Ich glaube, die Druckverteilung ist eine andere“. Deshalb fahre er mit „einem kalkulierten Risiko“. Er könne sich noch gut erinnern, als man der Herausforderer und nicht der Gejagte war. „Aber es ist auch schön, gefühlt der Gejagte zu sein. Ich nehme die Rolle an. Und ich finde es gut, dass die Jungen herankommen, und dass da Druck kommt. Das heißt, man muss selber dranbleiben.

Nachwuchshoffnung Enrico Dietz (RKV Bad Kreuznach) konnte sich im dritten Rennen vor den Augsburger setzen. Der 20-Jährige war jedoch am ersten Tag auf der sehr schwierig gehangenen Strecke mit zwei 20. Plätzen gar nicht gut in die Qualifikation gestartet. Damit produzierte der Rheinländer bereits seine Streichergebnisse. Nun sollte alles sitzen – was ihm in den Läufen drei und auch vier, mit seinem dritten Platz, gelungen ist.

Im ersten Lauf auf sich aufmerksam machte der 20-jährige Marten Konrad (WSC Bayer Dormagen). Er landete mit nur 0,01 Sekunden Rückstand auf Hegge auf Rang zwei. Allerdings konnte er diese Leistung nicht wiederholen. Es folgten die Ränge 17, zwölf und 18.

Insgesamt konnten alle anderen Kajakpaddler im Feld hinter Hegge bisher keine Stabilität zeigen, weshalb der Augsburger in der Punktewertung bereits einen großen Abstand zwischen sich und die Konkurrenz schaffen konnte. Daran konnte auch der erfahrene Stefan Hengst (KR Hamm), seit vielen Jahren zum WM-Team gehörend, mit dessen Plätzen vier, zwölf, acht und zwei nichts ändern. So zeichnet sich insgesamt nach Hegge ein enger Kampf um die beiden restlichen Plätze im WM-Team ab. Aufgrund der durchmischten Ergebnisse aller Verfolger ist der Ausgang noch völlig offen.

In der Canadier-Herren-Konkurrenz ist nach vier Rennen komplett alles offen. Jeweils einen Sieg einfahren konnten Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg), Anton Weber, Niels Zimmermann (beide Leipziger KC) und Hannes Trummer (KV Zeitz). In der aktuellen Gesamtpunktwertung liegt jedoch Timo Trummer (KV Zeitz) vorn. Er hat zwei zweite, einen dritten und einen fünften Platz zu Buche stehen. Dennoch lassen die Ergebnisse in keinster Weise eine Prognose zu. Auch Paddler, die noch keinen Sieg einfahren konnten, haben noch alle Chancen auf einen Platz im WM-Team. Tasiadis, der jahrelang das Maß aller Dinge im deutschen Team war, hat immer noch an den Folgen seiner 2025 Ellenbogenverletzung in der vorigen Saison zu kämpfen, weshalb er auch die WM in Australien absagen musste. Der Routinier habe deshalb viel später in das Wintertraining einsteigen können. „Und auch die harten Einheiten, die nötig sind, konnte ich so nicht trainieren“, erklärte der Augsburger, der Anfang Mai 36 Jahre alt wird.

Insgesamt müssen in der Qualifikation im Kanuslalom acht Wertungsrennen absolviert werden, wobei die beiden schlechtesten Ergebnisse gestrichen werden.

Halbzeit bei U18-Qualifikation: Nova Müller führt in zwei Disziplinen die Punktetabelle an

Nach den ersten vier Kanuslalom-Qualifikationsrennen für die Junioren-Nationalmannschaft fallen Nova Müller und Kilian Käding mit ihren Ergebnissen auf.

Im Kampf um die Plätze in der U18-Nationalmannschaft haben Nova Müller (KST Rhein-Ruhr) und Kilian Käding (Leipziger KC) Achtungszeichen gesetzt.

Im Kajak-Bereich der Juniorinnen hat sich Nova Müller (KST Rhein-Ruhr) mit drei Siegen und einem zweiten Platz ein komfortables Polster verschafft. Um die zwei weiteren Plätze im U18-Team scheint sich ein Kampf mehrerer Athletinnen zu entfachen. In der Canadier-Kategorie führt sie mit einem Sieg und drei zweiten Plätzen die Tabelle zur Halbzeit an. Damit ist sie zur großen Konkurrentin von Neele Krech (Leipziger KC) geworden. Letztere liegt im Canadier aktuell auf Rang drei, knapp hinter ihrer Clubkameradin Maxi Müller. Alle drei haben sich zur Halbzeit etwas von den anderen Starterinnen abgesetzt.

Bei den Kajak-Junioren hat sich Kilian Käding mit seinen drei Siegen zur Halbzeit der U18-Qualifikation etwas vom Rest des Feldes abgesetzt, auch wenn sich das in der Gesamtpunktetabelle zur Halbzeit nicht darstellt. Denn im vierten Lauf befuhr er ein Tor nicht korrekt, was mit einer 50-Sekunden-Strafe geahndet wurde. Trotz dieses Patzers kann der Leipziger optimistisch in die zweite Halbzeit der Kanuslalom-Qualifikation am nächsten Wochenende in Augsburg gehen, denn zwei Streichergebnisse darf man sich erlauben.

Im Canadier verschaffte sich Jacob Ungvari (Leipziger KC) mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen die beste Ausgangsposition. Sehr gut im Rennen ist auch Kjell Kadyck (BSV Halle) mit einem Sieg, einem zweiten und einem dritten Platz.

Im Kajak-Cross wurden in Markkleeberg zwei Einzelrennen ausgetragen. In Summe gewannen Kilian Käding und Helene Schmidt (Kanu Schwaben Augsburg). Doch damit ist noch lange nichts entschieden. In Augsburg nächste Woche werden die Kopf-an-Kopf-Rennen ausgetragen, für das sich die besten Zwölf aus den Einzelrennen qualifiziert haben.

Noch ist alles offen, wer sich für die U18-Nationalmannschaft qualifiziert. Vier weitere Wettkämpfe finden nächste Woche in Augsburg statt. Die Bewertung erfolgt nach einer Punktevergabe aus den besten sechs der insgesamt acht Rennen. Zwei schlechte Läufe kann sich also jeder leisten. Eine Hürde gilt es zudem noch überwinden: So fordert der Deutsche Kanu-Verband einen Leistungsnachweis, um bei internationalen Wettkämpfen dann auch ein Wörtchen mitreden zu können. Drittbester Deutscher zu sein allein, reicht also nicht aus, um mit der U18-Nationalmannschaft unterwegs sein zu dürfen.

Ergebnisse Cross U18 männlich

  1. KAEDING Kilian LKC Leipzig
  2. BITSCH Samuel KSA Augsburg
  3. EICHELE Levi KSA Augsburg
  4. NEUMANN Matti KSA Augsburg
  5. HAEFNER Linus KSA Augsburg
  6. LEMLER Tarek KSV Bad Kreuznach
  7. BRANDENBURG Pascal BSV Halle
  8. EICHELE Moritz KSA Augsburg
  9. REYS Thomas KSA Augsburg
  10. ARNU Marian KK Rosenheim
  11. UNGVARI Jakob LKC Leipzig
  12. SCHMIDT Johann KSA Augsburg

Ergebnisse Cross U18 weiblich

  1. SCHMIDT Helene KSA Augsburg
  2. NESSELTRAEGER Katharina KSV Bad Kreuznach
  3. STEINKE Elisa KST Rhein-Ruhr
  4. KRECH Neele LKC Leipzig
  5. TSCHIEDEL Hanna KV Zeitz
  6. MAXEINER Nele KCE Waldkirch
  7. MUELLER Anni LKC Leipzig
  8. MUELLER Nova KST Rhein-Ruhr
  9. KUHLENKAMP Lotta KSG Hildesheim
  10. KAISER Nora KSA Augsburg
  11. PANNEK Aenna BSV Halle
  12. JUNG Britta WSF Zweibrücken

Marianne Stenglein / Kanu Schwaben Augsburg/ Presse / 26.04.2026 Text und Fotos DKV Uta Büttner

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