Kanuslalom -Hegge, Herzog und Funk gewinnen vorzeitig am Freitag in Augsburg
Noah Hegge und Ricarda Funk haben fünf Siege und einen zweiten Platz zu Buche stehen
WM-Qualifikation Kanuslalom: Hegge, Herzog und Funk gewinnen vorzeitig
Noah Hegge (Kanu Schwaben Augsburg), Andrea Herzog (Leipziger KC) und Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach & KSA) haben sich bei der WM-Qualifikation in ihren Kanuslalom-Spezialdisziplinen nach sechs von acht Rennen am Freitag in Augsburg vorzeitig den Sieg gesichert. Herzog ist mit bisher sechs Siegen durchmarschiert, Funk und Hegge haben fünf Siege und einen zweiten Platz zu Buche stehen. Alle drei können nun entspannt die letzten beiden Qualifikationsrennen im Kanuslalom am morgigen Samstag angehen und ihren Blick bereits in Richtung der Qualifikationswettkämpfe im Kajak-Cross am Sonntag richten.
Canadierspezialistin Andrea Herzog zeigte auch in den ersten beiden Rennen in Augsburg, dass sie im Moment die unangefochtene Nummer Eins in dieser Disziplin in Deutschland ist. Mit zwei fehlerfreien Läufen ließ sie ihren Konkurrentinnen keine Chance. „Ich bin sehr erleichtert, sehr glücklich, dass die Quali dieses Jahr so gut lief, ich sechs sehr konstante Läufe herunterbringen konnte“, sagte die Leipzigerin. Am morgigen letzten Kanuslalom-Wettkampftag möchte sie an ihre bisherigen Leistungen anknüpfen, „ich möchte weiter die Konstanz so ausbauen. Ich glaube, dass wird international dieses und nächste Jahr sehr wichtig sein. Wettkampf ist die beste Übung, so gut kann man es sonst nicht trainieren.“
Mit dem Ausfall von Elena Lilik, die Mutterfreuden entgegensieht, liegen nun – in Richtung Olympia-Quotenplätze – geschaut, alle Hoffnungen auf der Leipzigerin. „Es wird anders sein, wenn Elli fehlt. Es wird auf jeden Fall auch in der Mannschaft bemerkbar sein. Nele ist aber auch gut drauf“, sagte Herzog. „Ich glaube, da können wir uns dieses Jahr auch wirklich gegenseitig gut pushen, das wird wichtig sein. Und hoffentlich einfach voneinander lernen, uns gegenseitig unterstützen, dass wir das die nächsten zwei Jahre gut zusammen schaffen und den Quotenplatz hoffentlich sichern.“
Olympiasiegerin Ricarda Funk wurde heute erstmals von Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth) im Kajak-Einer geschlagen und sorgte damit für Aufsehen. Der Nürnbergerin gelang bei einer starken Fahrzeit im Gegensatz zu Funk ein fehlerfreier Lauf, wodurch sie sich im sechsten Lauf mit 1,72 Sekunden vor die Olympiasiegerin setzte. Dennoch steht Letztere aufgrund ihrer fünf Siege und dem einen zweiten Platz vorzeitig als Siegerin der WM-Qualifikation bereits fest. „Ich bin happy. Das Ziel war Quali, mehr nicht“, sagte die 34-jährige Rheinländerin. Grundsätzlich sei sie fit, mit ihren Läufen sei sie aber noch nicht komplett zufrieden. In Richtung Olympia-Quali für 2028 denke sie aktuell noch gar nicht. „Ich bin gerade erstmal noch am Verarbeiten von Tokio und Paris, beziehungsweise, ich habe es jetzt gerade erst einmal geschafft, das endlich mal zu verarbeiten und loszulassen. Dementsprechend bin ich jetzt erst einmal im Hier und Jetzt einfach.“
Plochmann zeigt bisher mit ihrem Sieg, drei zweiten Plätzen und einem dritten Rang eine sehr gute Leistung bei dieser WM-Qualifikation. Sie steigerte sich von Lauf zu Lauf. Schade war ein verpasstes Tor im fünften Rennen, was mit einer 50-Sekunden-Strafe geahndet wurde.
Noah Hegge sagte nach seinem Lauf im Kajak-Einer: „Ich bin heute sehr zufrieden mit meiner Performance“, auch wenn sein zweiter Lauf nicht ganz sauber gewesen sei. „Ich bin aber glücklich, dass ich es runtergebracht habe und somit durch bin.“ Nun liege sein Fokus ganz klar auf den Cross-Entscheidungen, die am Sonntag ausgetragen werden.
Obwohl die Olympischen Spiele erst 2028 stattfinden, beginnt bereits in dieser Saison das Olympia-Fieber. Denn der Kampf um die Olympia-Quotenplätze beginnt in diesem Jahr. Über zwei Jahre hinweg müssen in insgesamt sieben Wettkämpfen Punkte gesammelt werden. „Dementsprechend liegt der ganz klare Fokus jetzt schon auf Olympia, und da wird alles untergeordnet“, sagte Hegge. Großer Druck liegt dabei auf den Augsburger. Denn wie die nationale Qualifikation gezeigt hat, ist der 27-Jährige aktuell mit Abstand der beste deutsche Kajakpaddler. Zu dieser Aufgabe sagte er: „Ich hoffe, dass wir ein gutes Team auf einem hohen Level am Ende haben, und dementsprechend jeden Tag gefordert werden. Und dann werde ich mich mit meinem Trainer bestmöglich darauf vorbereiten, um dann im besten Fall 2028 am Start zu stehen.“
In der Herren-Canadier-Disziplin ist der Wettkampf noch völlig offen. Gute Chancen auf einen Platz im WM-Team erarbeiteten sich heute Timo Trummer (KV Zeitz) mit einem Sieg und einem vierten Platz. Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg) paddelte auf die Ränge zwei und eins. Zwischen Lennard Tuchscherer (Leipziger KC) und Hannes Trummer (KV Zeitz) scheint sich ein Kampf um Platz drei anzubahnen. Aber noch sind zwei Rennen zu fahren, und die zwei schlechtesten Ergebnisse werden gestrichen.
Marianne Stenglein / Kanu Schwaben Augsburg / Presse / 01.05.2026 Text und Fotos DKV Uta Büttner