Kanuslalom - Spannende WM Qualifikationen - Augsburger setzen Maßstäbe!
Hegge, Funk und Tasiadis dominieren – Stanzel sorgt für Überraschung
Hegge, Funk und Tasiadis dominieren Wettkämpfe um Nationalmannschaft
Der Augsburger Eiskanal war am Wochenende wieder einmal Austragungsort
für Dramatik und Spannung. Im zweiten Teil der Qualifikations-Rennen des
Deutschen Kanu Verbands (DKV) im Kanuslalom fielen die Entscheidungen, wer
diese Saison Deutschland in der Leistungsklasse, der U23 und der U18 vertreten
wird. Neben den etablierten Topathleten konnten auch einige
Nachwuchspaddler aus Augsburg überzeugen.
Im Kajak der Herren führt kein Weg an Noah Hegge von den Kanu Schwaben Augsburg (KSA)
vorbei. Mit fünf Siegen und einem Zweiten Rang sicherte sich der Bronzemedaillen-
Gewinner von Paris 2024 vorzeitig den ersten Platz in der Gesamtwertung. „Es war mein Ziel,
möglichst früh gute Ergebnisse zu fahren und nicht auf den letzten Lauf zu hoffen“, sagt der
Kajakspezialist. Ihn erwartet nun eine vollgepackte Saison mit der Weltmeisterschaft in
Oklahoma (USA) als Höhepunkt. Zusätzlich kann er bereits dieses Jahr wichtige Punkte für
die Olympiaqualifikation für die Olympischen Spiele in 2028 sammeln. Hegge blickt motiviert
auf die internationale Saison: „Ich will weiter an meinen ersten Läufen arbeiten, und noch
schneller und präsenter werden, weil es international darum geht, direkt abzuliefern.“ Den
zweiten Platz sicherte sich Stefan Hengst (KR Hamm).
Souverän trat Olympiasiegerin Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach & KSA) auf. Die Wahlaugsburgerin
war ebenfalls vorzeitig mit fünf ersten und einem zweiten Platz qualifiziert. Im vergangenen
Jahr hatte sie mit einer Postolympia-Depression zu kämpfen und immer wieder mentale
Höhen und Tiefen. Dieses Jahr schätzt sie ihre Herangehensweise fokussiert und konzentriert
ein. „Ich fühle mich emotional erholter“, sagt die Topathletin. Funk freut sich auf eine
Weltmeisterschaft an einem neuen Austragungsort und damit an einer ihr bisher
unbekannten Strecke: „Das erinnert mich an junge Zeiten, in denen man unbeschwert an
neue Strecken herangehen konnte." Den zweiten Platz im Kajak-Team der
Damen sicherte sich Ann-Kathrin Plochmann (Nürnberg-Fürth).
Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg) musste nach einem holprigen Einstieg in das
erste Wettkampfwochenende in Markkleeberg in Augsburg liefern. Und das tat er: Mit zwei
ersten und zwei zweiten Plätzen setzte er sich letztlich gegen die jungen Konkurrenten aus
Leipzig durch. Der Weltmeister von 2022 bewies damit einmal mehr, dass er den Eiskanal
auswendig kennt. „Ich bin mittlerweile gar nicht mehr nervös am Start. Dadurch ist es
allerdings schwieriger geworden, in den Fokus rein zu finden“, berichtet Tasiadis im Ziel.
Spannung pur boten auch die Schwestern Elena Lilik und Emily Apel (beide Kanu Schwaben
Augsburg) im Kajak der Damen. Erst im nach dem letzten Slalomlauf am Samstag entschied
Emily das Rennen für sich und qualifizierte sich für den dritten Platz in der Kajak-
Leistungsklasse. Zuvor hatte sich Elena schon im Canadier qualifiziert.
Die Silbermedaillengewinnerin aus Paris hatte wenige Tage vor den Wettkämpfen in
Augsburg ihre Schwangerschaft bekannt gegeben. An der Weltmeisterschaft Ende Juli wird
Lilik somit nicht teilnehmen, sie will jedoch zumindest beim ersten Weltcup in Tacen
(Slowenien) starten. Die Schwangerschaft hielt sie nicht davon ab, ihren konsequenten und
athletischen Fahrstil umzusetzen. „Ich konnte mich voll auf die Wettkämpfe konzentrieren
und bin ehrgeizig und fokussiert gefahren“, sagt die werdende Mutter.
Für eine Überraschung sorgte der 20-jährige Christian Stanzel (Augsburger Kajakverein), der
sich als 20-Jähriger schon für die Leistungsklasse im Kajak qualifizierte. Er tritt damit im AKV
in die Fußstapfen von Hannes Aigner. Während seine Konkurrenten Nerven zeigten und
patzten, blieb der Nachwuchspaddler bei sich und zeigte eine kontrollierte und konstante
Leistung. „Ich hätte das echt nicht gedacht. Ich habe mich einfach nur auf meine Läufe
konzentriert. Jetzt bin ich sehr happy“, sagt Stanzel mit Blick auf seine Leistung. Bereits in
einer Woche fliegt er mit dem A-Team nach Oklahoma ins Trainingslager.
Jonas Büchner, ebenfalls AKV, konnte sich mit einer konstanten Leistung für das U23-Team
qualifizieren. Er wird mit David Becke, KSA, Anfang Juli an der U23-WM in Krakau (Polen) an
den Start gehen.
Chefbundestrainer Thomas Apel zieht nach den Entscheidungen im Slalom ein positives
Fazit: „Am Ende haben sich die etablierten Fahrer durchgesetzt. Mal abgesehen von den C1
Herren, wo der Altersdurchschnitt über 30 liegt, haben wir in den Teams eine gute Mischung
aus Erfahrung und Jugend.“
Am Sonntag, 3. Mai, folgen noch die Ausscheidungswettkämpfe im Kajak Cross. Die
spektakulären Head-to-Head-Wettkämpfe sind ein beliebter Publikumsmagnet. Hier fahren
die Männer und Frauen um jeweils drei Plätze in der Nationalmannschaft.
Internationalen Kajak-Spitzensport gibt am Eiskanal wieder vom 12. bis zum 14. Juni findet in
Augsburg der dritte Weltcup im Kanuslalom statt. Die Organisatoren von Kanu Schwaben
Augsburg erwarten rund 150 Spitzensportlerinnen und -sportler aus 30 Nationen.
Marianne Stenglein / Kanu Schwaben Augsburg / 3.5.2026 / Text Presse KSA/AKV Anna Faber, Fotos Michael Neumann













