Kanuslalom Weltcup in Vaires-sur-Marne Noah Hegge fährt sich auf den 5. Platz
Weltcup Vaires-sur-Marne (Frankreich) vom 3. bis 5. September Hegge 5.-ter Funk holte Silber im Kajak Cross
Weltcup Vaires-sur-Marne: Platz fünf für Noah Hegge im Kajak
Schockminuten für Noah Hegge (Kanu Schwaben Augsburg) nach seinem Finalzieleinlauf beim Kanuslalom-Weltcup im französischen Vaires-sur-Marne: Einmal mehr standen nach seinem Rennen im Kajak-Einer 50 Strafsekunden auf der Anzeige. Doch diesmal – anders als bei der WM in den USA – ging die Juryentscheidung gut für den 27-Jährigen aus. Die Strafe wurde nicht bestätigt. Dennoch reichte seine Zeit nicht für einen Podestplatz. Dabei war der Augsburger sehr stark in dem schwierigen Stangenparcours bis Tor 17 unterwegs – sogar auf Goldkurs. Doch an den letzten drei Toren lief es nicht mehr optimal, er verlor Zehntel um Zehntel. Am Ende bedeutete das Platz fünf für ihn. 1,77 Sekunden fehlten auf Bronze.
Mit Blick auf die Punkte für den Olympia-Quotenplatz im Kajak ist das ein gutes Ergebnis. Einen überragenden Lauf zeigte der Weltcupsieger Giovanni de Gennaro aus Italien, der mit einem Abstand von 2,57 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Titouan Castryck aus Frankreich gewann. Dritter wurde der Franzose Martin Cornu.
Der Zweitbeste Deutsche, Stefan Hengst (KR Hamm) verpasste als 13. um 0,41 Sekunden den Finallauf der besten Zwölf. Dem 32-Jährigen wurde dabei eine Zwei-Sekunden-Strafe zum Verhängnis. Christian Stanzel (Augsburger KV) hatte große Probleme, war bereits im oberen Streckenabschnitt gekentert, was den 21-Jährigen vollkommen aus seinem Lauf brachte.
Das Damenfinale in dieser Disziplin ging ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Besonders ärgerlich: Emily Apel (Kanu Schwaben Augsburg) verpasste als beste Deutsche mit Platz 13 um 0,02 Sekunden den Endlauf der Top-Zwölf. Eine gute Leistung zeigte auch Annkatrin Plochmann (SGV Nürnber-Fürth). Trotz der Schwierigkeiten mit ihrem Boot, dass auf der Rückreise aus den USA zunächst verschollen und nach vier Wochen – allerdings kaputt – erst angekommen war, paddelte die 25-Jährige auf den 14. Platz. Ihr fehlten 0,32 Sekunden auf den letzten Finalplatz. Tokio-Olympiasiegerin Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach & KSA) erwischte keinen guten Tag. Die 34-jährige Rheinländerin hatte fast auf der gesamten Strecke große Schwierigkeiten und landete mit 10,82 Sekunden Abstand – inklusive vier Strafsekunden – auf die Halbfinalsiegerin Jessica Fox (Australien) auf dem 25. Rang.
Weltcup Vaires-sur-Marne: Andrea Herzog wird Vierte
Canadierfahrerin Andrea Herzog (Leipziger KC) hat sich beim Start in die zweite Saisonhälfte beim Weltcup im französischen Vaires-sur-Marne in die absolute Weltspitze zurückgekämpft, nachdem sie etwas gesundheitliche Probleme hatte. Zwar reichte es mit Platz vier für die zweifache Weltmeisterin (2019 und 2022) noch nicht für das Podest, aber ihr gelangen stabil zwei sehr gute Läufe. Auch im Halbfinale war die 26-Jährige auf den vierten Rang gelandet. Mit dieser Leistung fuhr die Leipzigerin das beste Ergebnis für das deutsche Team im Canadierboot ein. Weltcup-Siegerin wurde Zuzanna Pankova aus der Slowakei. Die Plätze zwei und drei gingen an die Slowenin Eva Alina Hocevar und Marta Bartoncelli aus Italien.
Im Canadier-Finale der Herren war Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg) sehr stark unterwegs. Doch das Abwärtstor elf befuhr der 36-Jährige nicht korrekt, was mit 50 Strafsekunden geahndet wurde. Dieser Fahrfehler war dem Weltmeister von 2022 sofort bewusst, wie an seiner Reaktion direkt während des Laufes anzusehen war. Dennoch zeigte er in seinem weiteren Rennen, auf welch hohes Niveau er sich nach seiner Ellenbogenverletzung im vorigen Jahr wieder bringen konnte. Seine reine Fahrzeit, was auch seine Physis widerspiegelt, hätte für Rang vier gereicht. So landete der Routinier auf Platz elf. Gold sicherte sich der Tscheche Vaclav Chaloupka vor dem Slowenen Ziga Lin Hocevar und dem Briten Ryan Westley.
Die anderen vier deutschen Canadierboote hatten den Endlauf nicht erreicht. Nele Bayn (Leipziger KC) zeigte einen soliden Lauf, war gut dabei. Im unteren Streckenabschnitt ab Tor 17 hatte die 26-Jährige jedoch etwas zu kämpfen, verlor Zehntel um Zehntel. Hinzu kam eine Zwei-Sekunden-Strafe. Am Ende bedeutete das Platz 20 für sie. Für die U23-Weltmeisterin Lucie Krech (Leipziger KC) galt es, wertvolle Erfahrung bei der Weltelite zu sammeln. Die 22-Jährige war gut in ihr Rennen gekommen. Eine Chance auf den Endlauf hatte sie zwar nicht, aber eine bessere Platzierung verhinderte ihr nötiges zweites Anfahren des Tores 17, was die Leipzigerin sehr viel Sekunden kostete. Damit rangierte sie sich auf Platz 31 des 48-köpfigen Feldes ein.
Timo Trummer (KV Zeitz) zeigte einen furiosen Einstieg in sein Halbfinalrennen, in der ersten Zwischenzeit nach vier Toren war der 30-Jährige mehr als drei Sekunden schneller als die Konkurrenz. Doch dann lief es immer schwerer, hinzu kam eine Torstabberührung, verbunden mit zwei Strafsekunden. Am Ende war er in Summe 12,17 Sekunden langsamer als der Halbfinalsieger – Rang 22 für ihn. Zum letzten Finalplatz fehlten 6,12 Sekunden. Lennard Tuchscherer (Leipziger KC) kam auch gut in seinen Lauf, allerdings verpasste der 27-Jährige dann Tor sieben und musste deshalb eine Hilfsschleife drehen. Damit waren bereits alle Messen gelesen, er konnte nur noch hohes Risiko gehen und sammelte dabei aber noch acht Strafsekunden ein. Damit landete der Leipziger auf dem 44. Platz in dem 66 Teilnehmer großen Feld.
Weltcup Vaires-sur-Marne: Ricarda Funk gewinnt Silber im Cross
Es war ein Kampf bis zum Schluss und am Ende war auch das Quäntchen Glück für Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach& KSA) dabei. Die Rheinländerin gewinnt Silber im Kajak-Cross beim Weltcup im französischen Vaires-sur-Marne vor den Toren von Paris. Zwar betont sie immer wieder, dass der Slalom ihre Hauptdisziplin ist, aber in dieser Saison startete sie viermal im Cross und viermal stand sie im Finale. Die Ausbeute: Bronze und Silber sowie zwei vierte Plätze. Wie Cheftrainer Thomas Apel sagte, entwickle sie sich fast zu einer Cross-Spezialistin. „Heute war es brutal anstrengend. Klar, heute auf dem Kurs mit der Rampe stand man schon unter Druck. Man durfte nicht locker lassen. Ich habe meine Chancen gut genutzt, habe die Lücken gesehen und dann attackiert. Ich bin definitiv mit der Herangehensweise sehr zufrieden“, sagte Funk. Die Maßgabe des äußerst zufriedenen Cheftrainers war dann eindeutig. So sagte er, „jetzt kann nur die Zielstellung lauten, wieder den Gesamtweltcup im Kajak-Cross zu sichern“. Darauf antwortete Funk mit einem Lachen, „natürlich schielt man ein kleines bisschen auf den Gesamtweltcup. Aber wir wissen, bei Kajak-Cross gleicht kein Rennen dem anderen. Man muss für alles gewappnet sein, und ich denke erst einmal Step by Step“.
Gold sichert sich souverän die Französin Camille Prigent. Bronze geht an die Britin Lois Leaver. Die vierte Finalistin, Evy Leibfarth (USA) war aus noch unbekannten Gründen nicht angetreten.
Für Funk war es ein harter Kampf durch all ihre Rennen. Start-End-Siege waren der 34-Jährigen diesmal nicht gelungen. Und im Viertelfinale war das Glück auf ihrer Seite, als sie zwar zunächst als Dritte über die Ziellinie fuhr, aber eine Kontrahentin eine Strafe bekam. Damit rutschte Funk auf Platz zwei
Der am heutigen Tag beste Crosser, Felix Sachers (Leipziger KC), der als einziger der drei deutschen Männer, den Einzug in die Kopf-an-Kopf-Rennen schaffte, ist im Viertelfinale als Dritter seines Rennens ausgeschieden. Der 19-Jährige konnte damit nun aber wichtige Erfahrung auch in den Mann-gegen-Mann-Kämpfen sammeln. Die Podestplätze sicherten sich der Brite Joseph Clarke vor den beiden Franzosen Joris Hello und Mathurin Madore.
Andrea Herzog (Leipziger KC) und Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth) waren bereits im ersten Kopf-an-Kopfrennen, dem Achtelfinale ausgeschieden. Plochmann hatte in ihrem Rennen keine Chance, kam als Vierte über die Ziellinie. Herzog musste in ihrem Rennen unter anderen gegen Teamkameradin Funk antreten. Beide lieferten sich ab dem ersten Aufwärtstor einen erbitterten Kampf und Platz zwei. Die Leipzigerin attackierte die Rheinländerin am ersten Aufwärtstor, gewann diesen Zweikampf und konnte sich zunächst vor Funk setzen. Doch am zweiten Aufwärtstor war die Situation genau andersherum. Damit schied Herzog als Dritte dieses Rennens aus.
Bereits nächste Woche findet das Weltcup-Finale statt. Dann trifft sich die Weltelite im spanischen La Seu d'Urgell.
Text: Uta Büttner
Ergebnisse X1 Damen:
1. Lois Leaver (GBR)
2. Marjorie Delassus (FRA)
3. Kimberley Woods (GBR)
15. Ricarda Funk (GER)
18. Andrea Herzog (GER)
22. Annkatrin Plochmann (GER)
Ergebnisse X1 Herren:
1. Joseph Clarke (GBR)
2. Manuel Ochoa (ESP)
3. Gabriel de Coster (BEL)
11. Felix Sachers (GER)
38. Marten Konrad (GER)
59. Stefan Hengst (GER)
Ergebnisse Cross Damen:
1. Camille Prigent (FRA)
2. Ricarda Funk (GER)
3. Lois Leaver (GBR)
21. Andrea Herzog (GER)
26. Annkatrin Plochmann (GER)
Ergebnisse Cross Herren:
1. Joseph Clarke (GBR)
2. Joris Hello (FRA)
3. Mathurin Madore (FRA)
10. Felix Sachers
38. Marten Konrad (GER)
59. Stefan Hengst (GER)
Fazit des Cheftrainers nach den beiden Slalom-Disziplinen beim Weltcup in Vaires-sur-Marne
Nach den beiden Slalom-Wettbewerben Kajak und Canadier sagte Cheftrainer Thomas Apel, „wir kämpfen uns ein bisschen nach der Eichhörnchenmethode durch. Die Disziplinen, die bei der WM nicht im Finale waren, sammeln jetzt in Person von Noah und Andrea wichtige Punkte im Kampf um die Olympia-Rangliste. Sideris bestätigt mit einem sehr souveränen Halbfinale seine WM-Vorstellung. Im Finale kam er ein klein wenig von der Linie ab, kam ein bisschen zu unruhig. Und das kostet ihn dann wieder den Fünfziger“. Zudem ergänzte er, „wir haben die Verlierer der Herzen mit Emily und Stefan, die als 13. denkbar knapp am Einzug ins Finale scheitern. Aber ich denke, im Großen und Ganzen ist erkennbar, dass die Entwicklungen in die richtige Richtung gehen“. Zu den Leistungen der Team-Neulinge Christian Stanzel und Lucie Krech sagte er, „Christian musste mit seiner Kenterrolle etwas Lehrgeld zahlen. Lucie hat mit sich selbst ein bisschen gehadert, weil sie den besprochen Plan nicht ganz umgesetzt hat und ein Tor auch noch zweimal anfahren musste. Ich denke, für beide sind es als ersten Wettkampf in Paris achtbare Resultate. Da muss wirklich der Fokus darauf liegen, die Erfahrung in die Zukunft mitzunehmen.“
Live-Ergebnisse: https://www.canoeicf.com/canoe-slalom-world-cup/vaires-sur-marne-2026/res





