Der Internationale Kanu-Verband (ICF) hat sein neues olympisches Qualifikationssystem vorgestellt, das klarere Handlungsstränge, höhere Spannung und mehr Begeisterung auf dem Weg zu Los Angeles 2028 schaffen soll.
Im Zentrum des neuen Systems steht ein Olympisches Ranking, das die wichtigsten Wettbewerbe im Kanurennsport und Kanuslalom zu entscheidenden Etappen auf dem Weg zu den Spielen macht. So können Fans Nationen und Athletinnen und Athleten dabei verfolgen, wie sie um Quotenplätze kämpfen.
Das mehrstufige Qualifikationsverfahren wurde nach umfassenden Konsultationen mit den nationalen Verbänden und wichtigen Interessengruppen entwickelt, nachdem 2023 die ICF-Arbeitsgruppe zur olympischen Qualifikation gegründet worden war. Die Länder sichern sich Quotenplätze über das Olympische Ranking, kontinentale Qualifikationswettkämpfe sowie einen globalen Qualifikationswettkampf im Kanuslalom.
Durch die Vergabe von Qualifikationspunkten bei großen Wettbewerben werden die Einsätze in den Jahren 2026 und 2027 erhöht, was zu mehr Teilnahme, stärkeren Teilnehmerfeldern und gesteigertem Interesse während des gesamten olympischen Zyklus führt.
Insgesamt wurden 236 Quotenplätze für den Kanurennsport und 82 für den Kanuslalom vergeben. Davon erhält das Gastgeberland vier Plätze im Kanurennsport und zwei im Kanuslalom. Zusätzlich wurden zwei vorläufige Universality-Plätze für die Paddelsportarten vorgesehen. Die Geschlechtergleichstellung ist erneut garantiert.
KANURENNSPORT (CANOE SPRINT)
Die Qualifikation im Kanurennsport erfolgt in den nächsten zwei Jahren in zwei Phasen. Die Phase des Olympischen Rankings ist der wichtigste Weg zu LA28 und vergibt 162 Quotenplätze – 81 für Männer und 81 für Frauen. Weitere 72 Quotenplätze, gleichmäßig auf Männer und Frauen verteilt, werden über kontinentale Qualifikationen vergeben.
Das Olympische Ranking besteht aus zehn separaten Ranglisten – jeweils eine pro Disziplin im LA28-Programm. Die Punkte werden den Nationalen Olympischen Komitees (NOK) gutgeschrieben.
Dieser nationsbasierte Ansatz soll Rivalitäten verstärken und einen intensiven Wettbewerb über den gesamten Zeitraum gewährleisten.
Der Qualifikationszeitraum läuft vom 20. April 2026 bis Ende 2027 und umfasst die Weltmeisterschaften 2026 und 2027, sechs Weltcups sowie zwei Kontinentalmeisterschaften pro Kontinent in diesen zwei Jahren.
Jedes NOK darf maximal acht Ergebnisse pro Rangliste einbringen, die aus acht verschiedenen Wettbewerben stammen müssen. Maximal sechs Ergebnisse dürfen von Wettbewerben auf demselben Kontinent stammen, um globale Vielfalt zu fördern.
In Mannschaftsbooten können Punkte nur in den entsprechenden olympischen Disziplinen gesammelt werden (K4 500 m, K2 500 m, C2 500 m). In Einboot-Kategorien zählen alle Ranking-Wettbewerbe, wobei pro NOK und Wettbewerb nur das beste Einboot-Ergebnis gewertet wird.
Vergabe der Quotenplätze über das Olympische Ranking:
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K4: 11 NOK aus mindestens vier Kontinenten erhalten jeweils vier Quotenplätze
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K2: 4 NOK erhalten jeweils zwei Quotenplätze (K4-qualifizierte NOK sind ausgeschlossen)
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K1: 6 NOK erhalten jeweils einen Quotenplatz (maximal fünf K4-qualifizierte NOK sind teilnahmeberechtigt)
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C2: 8 NOK erhalten jeweils zwei Quotenplätze
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C1: 5 NOK erhalten jeweils einen Quotenplatz
NOK, die sich über das Olympische Ranking qualifizieren, dürfen in derselben Kategorie nicht mehr an den kontinentalen Qualifikationen teilnehmen. Dadurch wird die Bedeutung der Ranking-Wettkämpfe weiter erhöht.
KANUSLALOM (CANOE SLALOM)
Im Kanuslalom gibt es ein dreistufiges Qualifikationsverfahren, bei dem das Olympische Ranking erneut eine zentrale Rolle spielt. Über das Ranking werden insgesamt 38 Quotenplätze vergeben – 19 für Männer und 19 für Frauen – mit separaten Ranglisten für jede der sechs olympischen Disziplinen.
Der Qualifikationszeitraum läuft vom 20. Juli 2026 bis zum 3. Oktober 2027. Punkte werden einzelnen Athletinnen und Athleten bei jedem Ranking-Wettkampf vergeben, darunter die Weltmeisterschaften 2026 und 2027 sowie sieben Weltcups.
Aus insgesamt neun Wettbewerben zählen die fünf besten Ergebnisse pro Athletin bzw. Athlet für das finale Ranking.
Vergabe der Quotenplätze pro Geschlecht (max. ein Platz pro NOK und Disziplin):
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Kajak-Einer: 6 Quotenplätze
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Kajak-Cross: 3 Quotenplätze
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Canadier-Einer: 10 Quotenplätze
Eine Athletin oder ein Athlet kann nur einen Quotenplatz für ihr bzw. sein NOK sichern. Danach ist sie bzw. er nicht mehr für weitere Quotenplätze zugelassen.
Weitere 30 Plätze (je 15 für Männer und Frauen) werden über kontinentale Qualifikationen vergeben.
Zusätzlich werden 12 Plätze bei einem globalen Qualifikationswettkampf vergeben. Dort erhalten die jeweils zwei bestplatzierten, noch nicht qualifizierten Athletinnen und Athleten pro Disziplin einen Quotenplatz für ihr NOK (Kajak-Cross, Kajak-Einer, Canadier-Einer).
Ziel und Bedeutung des neuen Systems
Das neue Qualifikationssystem für Kanurennsport und Kanuslalom entspricht der ICF-Strategie „Fit for Future Evolution“ und unterstützt die Ziele der Olympischen Agenda 2020+5 des IOC. Der Fokus liegt dabei auf Universalität, Nachhaltigkeit und Fanbindung.
ICF-Vizepräsident Lluis Rabaneda dankte den nationalen Verbänden und Beteiligten für ihre Mitwirkung:
„Zum ersten Mal hat die ICF einen umfassenden und inklusiven Konsultationsprozess durchgeführt, um das olympische Qualifikationssystem zu gestalten…“
Er betonte, dass das neue System die Sichtbarkeit der Wettbewerbe steigere, das sportliche Niveau erhöhe und spannendere Rennen ermögliche.
Auch Toshi Furuya (Vorsitzender des Sprint-Komitees) und Richard Fox (Vorsitzender des Slalom-Komitees) hoben hervor, dass das System die Wettbewerbe aufwerte und den Weg zu LA28 spannender mache.
Marianne Stenglein / Kanu Schwaben Augsburg / Presse / 7.2.205 Quelle PM ICF / Archivfotos von seinem Besuch in Oklahoma von HP Pleitner /
Link Kanuslalom: https://stillmed.olympics.com/media/Documents/Olympic-Games/LA28/CSL-LA28-Qualification-System.pdf

