Super! Emily Apel holt sich die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft !
Kanuslalom Europameisterschaft - Bronze für Emily
Emily Apel fährt für Kanu Schwaben die "fünfzigste" EM Medaille ein - im Gesamt ist dies die "190-te" Medaille für KSA!
Emily Apel paddelt zu EM-Bronze in Italien – Ivrea ! Welch ein Jubel für die Schwabenkanutin!
Was für ein fantastischer Lauf. Nach all den Rückschlägen, den vielen 50-Strafsekunden, die Emily Apel (Kanu Schwaben Augsburg) in der Vergangenheit zu verkraften hatte, paddelt sie zu ihrem ersten ganz großen Erfolg. Die gerade noch 23-Jährige –heute feiert sie ihren 24. Geburtstag – holt sich mit einem starken Rennen bei den Kanuslalom-Europameisterschaften im italienischen Ivrea Bronze im Kajak. Welch ein Lauf ihr gelang, war der Augsburgerin bereits nach ihrem Zieleinlauf klar – entsprechend war ihre große Freude schon zu diesem Zeitpunkt. „Es ist irgendwie schön, wenn ein Lauf gelungen ist, auf dem man auch stolz sein kann und dann auch noch mit einer Medaille belohnt wird“, sagte Emily Apel. Das Ziel sei gewesen, einen zufriedenstellenden Lauf zu zeigen, „mit einer Medaille nach Hause zu fahren, ist doppelt schön“. Auf dir Frage, ob es ihr schönstes Geburtstagsgeschenk sei, antwortete sie lachend, „das sehe ich, was ich noch bekomme. Aber das ist schon ein sehr schönes Geschenk, vor allem sich das selber zu machen. Es selber in der Hand zu haben und es selber auch zu Ende zu bringen, macht mich sehr stolz.“
Auch ihr Trainer, zugleich Cheftrainer und Papa zeigte sich sehr zufrieden. „Emily hatte bereits eine sehr gute Qualifikation gefahren, war sehr solide im Halbfinale. Und dann hat sie im Finale noch eins draufgesetzt“, resümierte er erfreut. Europameistermeisterin wurde die Polin Klaudia Zwolinska, Silber sicherte sich die Italienerin Lucia Pistoni.
Im Canadier einzig für das Finale qualifiziert hatte sich Andrea Herzog (Leipziger KC). Für einen Podestplatz reichte es am Ende nicht. Zwar kam die 26-Jährige – anders als im Halbfinale – ohne Torstabberührung durch den Parcours, aber das Boot lief etwas zäh. Bereits im ersten Streckenabschnitt verlor die Leipzigerin etwas Zeit, was sie im weiteren Rennverlauf nicht derart kompensieren konnte, um auf das Treppchen zu fahren – Platz sechs für sie. „Es ist natürlich immer ärgerlich, als Sechste im Finale dazustehen. Es waren noch Möglichkeiten in meinem Lauf drin. Es lief nicht alles optimal“, berichtete sie. So habe sie bei der Torkombination 16/17 etwas Geschwindigkeit verloren, „und vor allem im Zielsprint stand ich auch noch einmal quer“. Eine bessere Platzierung wäre drin gewesen, „vielleicht auch bis aufs Podest, aber im Finale immer alles zusammen zu bekommen, ist eben genau die Schwierigkeit in unserer Sportart“, erklärte sie. Deshalb freute sie sich, mit diesem internationalen Saisonabschluss in der Slalomdisziplin bei der EM ein positives Gefühl in die nächste Saison mitnehmen zu können. Doch vorerst liege ihr Fokus noch auf den Cross-Entscheidungen morgen. „Ich hoffe, die Nachtrennen noch mitzuerleben“, sagte sie. Denn aufgrund der späten Startzeiten wird zum ersten Mal unter Flutlicht gefahren. Ganz sicher ein besonderes Erlebnis.
Gold, Silber und Bronze beim Canadier der Damen gingen an die Britin Mallory Franklin, die Französin Doriane Delassus und Tereza Kneblova aus Tschechien.
Alle anderen deutschen Boote schafften die Finaleinzug nicht. Die beiden neben Apel weiteren deutschen Kajak-Starterinnen waren im Halbfinale ausgeschieden. Dabei hat sich die 17-jährige Nova Müller (KST Rhein-Ruhr) bei ihrem ersten Start auf höchstem internationalem Niveau mit Platz 19 sehr gut präsentiert. Dass sie noch mehr erreichen wollte, zeigte ihre anzusehende Enttäuschung nach dem Zieleinlauf ihres Halbfinalrennens. Für Paulina Pirro (KSV Bad Kreuznach) lief der Halbfinallauf nicht nach Wunsch. Die 20-Jährige hatte im mittleren Streckenabschnitt große Probleme, konnte sich bei Tor 13 aus dem wilden Wasser nicht befreien und verlor sehr viele Sekunden. Als 26. verpasste sie deshalb deutlich das Finale der Top-Zwölf.
Alle drei Kajak-Herren waren bereits einen Tag zuvor in der Qualifikation ausgeschieden. Den Titel sicherte sich Jakub Krejci aus Tschechien vor den beiden Italienern Xabier Ferrazzi und Giovanni De Gennaro.
Richtig ärgerlich war das Halbfinal-Aus vom jungen Anton Weber (Leipziger KC) im Canadier. Nachdem der 19-Jährige bereits mit seinem achten Platz einen sehr starken Qualifikationslauf gezeigt hatte, war der Leipziger im Halbfinale bis zum letzten Tor auf Finalkurs. Leider passierte ihm dort ein Fehler und berührte dort die Torstangen. Diese zwei Strafsekunden kosteten den jungen Mann den Finaleinzug. Am Ende reihte er sich damit auf Platz 17 ein.
Sein Clubkamerad, Routinier Lennard Tuchscherer, hat in dem Stangenparcours, wo er sich zudem sechs Strafsekunden einhandelte, sehr zu kämpfen. Somit landete der 27-jährige Canadierspezialist abgeschlagen auf Platz 28.
Lucie Krech (Leipziger KC) gelang ein sehr guter Start. Leider misslang ihr die Befahrung der Torkombination acht/neun, wo sie sehr viel Zeit verlor und zudem einen Torstab touchierte. Damit rangierte sie sich als Halbfinal-22. ein.
Nova Müller, die bereits am Vormittag im Kajak gestartet war, zeigte auch im Canadier zunächst einen sehr schönen Lauf. Leider verlor die 17-Jährige nach Tor 15 komplett die Linie, ließ sehr viel Zeit liegen, hinzu kamen zwei Torstabberührungen, verbunden mit vier Strafsekunden. Platz 28 für die junge Athletin.
Marianne Stenglein / Kanu Schwaben Augsburg / Presse / 26.9.2026 Text Uta Büttner / Foto A. Geislinger
Teamergebnisse vom Donnerstag in Ivrea
Ergebnisse Team Kajak Damen:
1. Slowakei
2. Italien
3. Frankreich
5. Deutschland
Ergebnisse Team Kajak Herren:
1. Frankreich
2. Großbritannien
3. Slowenien
11. Deutschland
Ergebnisse Team Canadier Damen:
1. Italien
2. Frankreich
3. Großbritannien
5. Deutschland
Ergebnisse Team Canadier Herren:
1. Frankreich
2. Tschechien
3. Italien
5. Deutschland
EM Ivrea (Italien): Gute Platzierungen für die jungen deutschen Teams
In Anbetracht der vielen Neubesetzungen mit jungen Athletinnen und Athleten haben sich alle Teams bei den Europameisterschaftenn im Kanuslalom sehr gut geschlagen.
Die Kajak-Damen waren gut in ihr Rennen gestartet, verloren dann auf der Strecke Zehntel um Zehntel. Obendrauf kamen vier Strafsekunden. Am Ende paddelte das junge Team mit Emily Apel (Kanu Schwaben Augsburg), Paulina Pirro (KSV Bad Kreuznach) und Nova Müller (KST Rhein-Ruhr) auf einen sehr guten fünften Platz. Damit ließen sie die starken Mannschaften aus Spanien, Slowenien, Großbritannien und Tschechien hinter sich. Zehn Nationen waren am Start. Den Europameistertitel sicherten sich die Slowakinnen vor den Italienerinnen und Französinnen.
Auch im Canadier waren die Damen schnell unterwegs. Andrea Herzog, Lucie Krech (beide Leipziger KC) und Nova Müller (KST Rhein-Ruhr) paddelten ebenfalls auf den fünften Platz und rangierten sich damit vor den starken Nationen Spanien, Slowenien und Tschechien ein. Dabei hätte mehr drin sein können. Doch acht Strafsekunden waren zu viel, um nach einer Medaille greifen zu können.
Das Kajak-Team mit Stefan Hengst (KR Hamm) und den beiden jungen Athleten Jakob Ungvari und Kilian Käding (beide Leipziger KC) paddelten auf den elften Platz. 14 Nationen hatten um die Podestplätze gekämpft. Gold gewann Frankreich vor Tschechien und Slowenien.
Sehr gut unterwegs waren auch die Canadier-Herren mit Lennard Tuchscherer, Anton Weber und Jakob Ungvari (alle Leipziger KC). Ohne Torstabberührung meisterten die Drei den Parcours. Am Ende reichte das für Platz fünf. Damit ließen auch sie großen Nationen wie die Slowakei, Großbritannien und Slowenien hinter sich. Den Europameistertitel holte Frankreich. Silber und Bronze gingen an Tschechien und Italien / Text Uta Büttner